Sonntag, 19. Juli 2015

Zwei Leben

Samuel Koch sitzt im Rollstuhl. Er ist vom Hals abwärts gelähmt, kann sich kaum bewegen. Aber er kann denken und fühlen. Und er kann hoffen. Hier erzählt er von seinem Leben vor dem Sprung. Wie er zu "Wetten, dass..?" kommt. Davon, wie der Unfall geschieht. Das ist der Augenblick, in dem sein zweites Leben beginnt: Schock, Verzweiflung, Schmerz und Wut. Doch er trifft die Entscheidung, nicht aufzugeben. Und an dem festzuhalten, was ihn trägt. Radikal ehrliche Schilderungen eines jungen Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat, sondern nur noch gewinnen kann. Und eine Einladung, die Kostbarkeit des Lebens neu zu schätzen.




Das Buch wurde von Cristoph Fasel geschrieben, der all die Worte von Samuel Koch diktiert bekam. Es ist im adeo-Verlag erschienen und kostet als Hardcover 17,99€.

Ich möchte das Buch gar nicht richtig bewerten, also eine Rezension darüber schreiben, denn hierbei handelt es sich ja um eine Biographie handelt.
Das Schicksal von Samuel Koch finde ich sehr schlimm, doch seine Art wie er alles mit ein bisschen Humor wieder von ganz schlimm zu schlimm macht, ist einfach toll. Sein Sarkasmus ist an manchen Stellen einfach zu lustig und ich denke mir oft, dass ich an seiner Stelle bestimmt genauso depressiv geworden wäre, wie die anderen Patienten in der Klinik. Es ist einfach unglaublich schwer, sich vorzustellen, dass man durch relativ viele Dinge gelähmt werden kann, ob vom Hals, Bauchnabel oder sonst wo abwärts. Durch einen Sprung in den kalten See nach einem Besuch in der Sauna, nach einer Kreislaufschwäche oder auch durch unerklärliche Gründe können wir von heute auf morgen gelähmt sein, dann würde sich ein neues Leben für uns eröffnen. Doch die Frage wäre, ob wir es aushalten würden, dass wir uns nicht mehr  bewegen können. Samuel hofft bis zum heutigen Tag, dass er eines Tages wieder laufen, turnen oder rennen kann, dieses kleine Stück Hoffnung war der Grund dafür, dass er nie aufgegeben hat. Aber ich denke auch, dass es für mich schlimm wäre, wenn ich plötzlich nicht mehr laufen könnte, doch für Samuel war es ein riesiger Schock, er war Turner und Schauspieler, so etwas kann man nicht so schnell hinter sich lassen, nicht wenn man täglich mindestens 3 Stunden turnt. 
Deswegen finde ich den Titel "Zwei Leben" auch sehr passend für dieses Buch. Samuel konnte damit, jeden Falls für mich, sehr deutlich den Unterschied zwischen seinem Leben früher und heute zeigen. Auch wenn er nicht der einzige ist, der auf dieser Welt gelähmt ist, zeigt das Buch  wie schlimm das ist, man kann es auf jeden Querschnittsgelähmten übermitteln und Samuel beteuert auch mehrere Male im Buch, dass er nicht der einzige ist, den das Schicksal so schwer getroffen hat. 
Übrigens fand ich das Vor-/Nachwort sehr berührend, es war das erste Buch, das mich nach 1-2 Seiten zum Weinen, beziehungsweise hatte ich eher Tränen in den Augen, gebracht hat. Für mich war es auch nochmal "interessant" all diese Meinungen zu lesen, da ich das Unglück selbst miterlebt habe, also vor dem Fernseher. Viele meinen vielleicht, dass Samuel selbst Schuld hat, da er diese Wette vorgeschlagen hat, doch das finde ich nicht, da ihm vorgeschlagen wurde diese Wette zu bestreiten und er vor dem 4. Dezember 2010 oft daran gedacht hat, alles abzubrechen. 

Nach diesem langen Text über den Inhalt des Buches, möchte ich mich auch noch ein bisschen zur Aufmachung des Buches äußern. Der Aufbau, dass in den Kapitel nochmals Überschriften über den Abschnitten waren fand ich eine gute Idee, da man dadurch ganz knapp durch ein paar Worte den groben Inhalt des Teils erfahren konnte. Allgemein der innere Aufbau, also wie die Geschichte angeordnet ist, überblickend. Anfangs hat man nochmal die Beschreibung des Unglücks und dann fängt es davor an, was heißen soll, wie er überhaupt vorher war oder wie er zu der Wette kam. 

Alles in allem eine Leseempfehlung für jeden, den es interessiert wie Samuel jetzt lebt oder wie er mit diesem Schicksalsschlag zurecht gekommen ist, aber auch für die, die einfach "Wetten, dass..?" sehr mochten und am Samstagabend vor dem Fernseher saßen, mitgefiebert und mitgetrauert haben.











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