Überleben ist erst der Anfang...
"Sonne, Meer, Mädchen in Bikinis - so schlimm wird der Ferienjob auf dem Luxuskreuzschiff schon nicht werden, denkt sich Shy. Aber dann erschüttert ein ungeheures Erdbeben Kalifornien und löst einen Tsunami aus. Shy gelingt es gerade noch sich in ein Rettungsboot zu hieven - zusammen mit Addie, einer jungen Passagierin. Ohne Trinkwasser und Nahrung treiben sie auf dem Ozean. Haie umkreisen ihr Boot und riesige Monsterwellen, Ausläufer des Tsunamis, rasen auf sie zu. Doch das sind noch die geringsten ihrer Probleme..."
Titel: Under Water
Autor: Matt de la Pena
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 348 Seiten
Preis:
- Taschenbuch: 9,95€
- ebook: 7,99€
Ich hatte echt hohe Erwartungen an das Buch, ich habe zwar in diese Richtung noch nichts gelesen, aber der Klappentext hat dann doch dafür gesorgt, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ehrlich gesagt, hatte ich ein vor Spannung nur so triefendes Buch erwartet, was ich anfangs auch noch gelungen fand, gegen Ende ist es dann aber nur noch - naja, ich will nicht sagen, dahin geplätschert... Aber leider war es so.
Angefangen beim Protagonisten, den ich nicht überragend spitze fand, aber auch nicht unbedingt unsympathisch. Shy war eher ein graues Mäuschen im Buch, so wohl auch allgemein, wenn man mehrere Protagonisten aus Büchern vergleicht. Manchmal hat er echt nicht nachvollziehbar gehandelt, vor allem im Verhalten gegenüber einem Nebencharakter, den man im Lauf des Buches kennen lernt - Addie. Allgemein fand ich sein Verhalten auf dem Rettungsboot nicht ganz so freundlich und manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass eine Gereiztheit - wahrscheinlich durch die Pubertät oder den Stress an Bord - erzwungen wurde. Andererseits war er im Bezug auf seine Grandma oder seinen Neffen echt einfühlsam und wirkte auch tief.
Gegenüber Carmen - ein eher mittelmäßig wichtiger Charaktere - bin ich ehrlich gesagt sehr zwiespaltigen... Einerseits finde ich sie echt cool, kann als Frau sich unter den Männern "behaupten", also ist ihnen nicht wie ein Hündchen untergeordnet. Allerdings finde ich, dass sie an manchen Stellen ein bisschen gestellt rüber kommt und auch unfreundlich. Außerdem hintergeht sie ihren Freund/Verlobten, was echt nicht geht.
Die Beziehung zu Shy fand ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar, ich kann nicht erklären, warum, aber meistens hatte ich das Gefühl, es kommt total unrealistisch und falsch rüber.
Auch Addie, die man durch den Rettungsversuch besser kennen lernt - oder auch nicht?! Da sie durch einen Plot Twist nochmal komplett die meisten Aussagen von ihr wortwörtlich über Bord wirft - ist nicht wirklich freundlich und handelt recht arrogant. Wobei sie auf dem Rettungsboot erklärt, woran das liegt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob das alles wahr ist oder ob sie einfach nur geschauspielert hat.
So genug von den Charakteren...
Ich finde es schade, dass auf dem Klappentext diese Zeit auf dem Rettungsboot angepriesen und beschrieben wird, dass etwas Böses und Großes kommen wird. Ich habe die ganze Zeit auf ein großes Problem auf dem Rettungsboot hingefiebert. Aber falsch gedacht... Denn die Zeit, die Shy und Addie auf dem Rettungsboot verbringen lässt sich fast ausschließlich mit dem Klappentext beschreiben, es war dafür, dass so darauf aufmerksam gemacht wurde, eine viel zu kurze Zeit...
Manche Handlungen waren einfach nur noch zu rasant und deswegen nicht mehr nachvollziehbar. Was ich echt schade fand - und auch immer noch finde - dieses Buch hatte so ein großes Potenzial...
Das Ende war relativ offen, einige Fragen sind ungeklärt geblieben. Auf Goodreads steht, dass Under Water der 1. Band einer Reihe ist, auf Amazon habe ich mir den Klappentext vom - wahrscheinlich - 2. Band durchgelesen, doch dieser ist nicht mehr aus der Perspektive von Shy... Ob die Fragen in den weiteren Bänden noch geklärt werden ist also fraglich... Wenn ja, wäre das kein Kritikpunkt, ansonsten natürlich schon...
Ein Buch, dessen Potenzial - meiner Meinung nach - nicht voll und ganz ausgeschöpft wurde und mich durch den spannenden Klappentext sehr dazu motiviert hat, dieses Buch zu lesen, was mich im Endeffekt aber seehr enttäuscht hat...
(3 Herzen)


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