Dienstag, 9. August 2016

Rezension: Carrie

"Carrie war schon immer anders. Wegen ihrer unbeholfenen Art ist sie in der Schule eine Außenseiterin und wird gnadenlos gehänselt. Zu Hause leidet sie unter dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter. Nur ein einziges Mal fühlt sich Carrie so wie alle anderen Mädchen: Als sie zum Schulball eingeladen wird. Doch der Abend endet nach einem grausamen Streich in einer Katastrophe. Denn Carrie ist beseelt von einer unheimlichen Gabe. Einer Gabe, die sie ein Inferno entfesseln lässt, gegen das die Hölle wie ein lieblicher Garten Eden aussieht..."




Titel: Carrie
Autor: Stephen King
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 317 Seiten

Preis: 
- Taschenbuch: 9,99
- ebook: 7,49

An dieses Buch mit hohen Erwartung heran zu gehen, war so ziemlich das Blödeste, was ich je getan habe... Ok, ganz so schlimm war es jetzt auch wieder nicht...
Aber durch die super guten Bewertungen von Booktubern oder auch Bookstagramern, die ich verfolge, hatten sich meine Erwartungen aufs Höchste hoch geschraubt...

Erst mal zur Protagonistin - Carrie White. Sie ist natürlich nicht die Sympatischste unter den Protagonisten, was bei der Thematik des Buches auch logisch ist, aber doch war sie so geschrieben, dass ich sie bis zu einem bestimmten Punkt verstehen konnte und auch immer noch kann, wenn ich jetzt im Nachhinein nochmal über das Buch nachdenke. Ihre Situation ist echt verzwickt: in der Schule gemobbt und zuhause ihre fanatische Mutter. Wie ihre Mitschüler sie in der Schule behandeln, wie sie sie schikanieren, das alles kann man nicht mehr Mobbing nennen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, frage ich mich, ob diese ganzen Leute überhaupt ein Gewissen, Gehirn oder irgendwas haben...
Klar, kann ich Carrie deswegen gut verstehen, wie sie in verschiedenen Situationen handelt, da sie mir auch echt leid getan hat, aber ab einem bestimmten Punkt ist sie dann echt zu weit gegangen. Natürlich hat sie in den letzten Jahren einiges an Verbitterung immer wieder heruntergeschluckt, aber dann gleich ein so großes Inferno...

Ich möchte auch noch etwas zu zwei Nebencharakteren sagen.

Zuerst zu Sue Snell, anfangs verstehe ich sie nicht, was das Mobbing von Carrie angeht. Sie wird als "Unschuldslamm", liebes Mädchen dargestellt und dann tut sie so etwas... Das konnte ich am Anfang nicht nachvollziehen, allerdings muss ich sagen, ist sie die einzige Person, in der ich einen Fortschritt, einen Wandel im Charakter erkennen konnte.

Später wollte sie Carrie dann nur noch helfen, was diese ja anfangs gar nicht kapiert, weil sie irgendwie in dieser Mobbing-Welt gefangen ist. Dieses spätere Verhalten ist zwar echt freundlich und lieb gemeint, was nebenbei bemerkt niemand wirklich versteht, was sie für Carrie tut, aber leider kommt es zu spät und sie ist die Einzige, die versucht zu handeln. Vielleicht abgesehen von Tommy, Sues Freund, der aber durch Sue handelt, wie er handelt.

Kommen wir dann auch mal zu ihm. 

Anfangs habe ich ihn für diesen typischen Schul-Badboy gehalten, da es in der ersten Szene, in der er auftaucht, doch schon ein bisschen heißer hergeht, doch im Laufe des Buches habe ich verstanden, dass er eher dem Schema "Gentleman" entspricht. Er ist sehr freundlich gegenüber Sue, aber auch gegenüber Carrie. Ich meine sogar, dass er einer der Einzigen ist, der sie nicht gemobbt hat, er hat es aber auch nicht gestoppt. Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, wie es bei ihm Gefühle mäßig abgeht. Ich dachte, er liebt Sue, doch er hat so gewisse Symptome, wenn er mit Carrie spricht oder sie ansieht. Leider wird das bis zum Ende nicht aufgeklärt, was aber im Großen und Ganzen gut passt, da es Carrie auch nicht erfahren hat.



Das Buch ist in 3 Teile eingeteilt: der erste Teil beschreibt die Lage vor der Ballnacht, der zweite die Ballnacht und der dritte Teil beschreibt das Danach.

Ich muss sagen, dass ich den ersten Teil zwar echt schockierend fand, da dort beschrieben wird, wie Carrie behandelt wird. Und das ist bei Weitem nicht so harmlos, wie man denken könnte. Allein bei dem Gedanken, dass sie wie Harry Potter in eine kleine Kammer eingeschlossen wird, so bald sie etwas falsch getan hat, denke ich, wie gut wir (die meisten) es haben. Es war auch interessant, wie die unterschiedlichsten Leute auf den Ball hinfiebern, doch ansonsten passiert in diesem Teil leider sehr wenig, er war sehr ruhig und meiner Meinung nach damit auch echt ein bisschen langweilig.

Die Beschreibung der Ballnacht in Teil zwei wird nach und nach immer spannender, denn hier wird auch das Inferno - die große Katastrophe - beschrieben. Die Auswirkung, die allein durch Carries Handeln der ganzen Stadt angetan wird, ist echt krass und hier ist auch etwas Horror vorhanden, der aber erst ab der Hälfte des zweiten Teils kommt. Die Spannung steigert sich eigentlich erst, als an Carrie der grausame Streich ausgeübt wird, dessen Vorbereitung ja mal echt eklig war... 

Der dritte Teil erzählt, wie gesagt, die Situation nach der Ballnacht, nach dem Inferno. Hier werden ausschließlich Zeugenaussagen, Ausschnitte aus gewissen Medien und Totenmeldungen dargelegt, auch dieser Teil hat von Anfang an leider die Spannung, die noch am Ende des zweiten Teil vorhanden war, zu nichte gemacht.

Insgesamt war "Carrie" ein Horrorbuch, das zwar an manchen Stellen - meiner Meinung nach - ein bisschen Horror und Spannung hatte, was sich aber leider nicht wie erwartet durch das komplette Buch gezogen hat...





















(3,5/5♥)

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